Was Kreativität für mich bedeutet

Viele Menschen glauben, Kreativität sei ein seltenes Talent, das andere besitzen, sie selbst aber nicht haben. Sie sehen das fertige Werk, nicht jedoch den Weg dorthin.
Meine Erfahrung zeigt jedoch: Kreativität ist ein aktiver Prozess, der jede und jeden von uns berührt. Sie ist wie ein Muskel der trainiert werden will.
Zum Einen geht es um das bewusste Beobachten, um Achtsamkeit und das Zulassen von Gedanken, die sich erst formen. Und dann geht es auch um das reine Tun und sich damit zu befassen, ohne jegliche Wertung.
In diesem Raum der Stille und Konzentration ordnen sich nicht nur Ideen, sondern auch das eigene Selbst. Dort findet eine persönliche Entwicklung statt, die durch die reflektierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Schaffen wächst.
Dieser Austausch mit sich selbst – und mit anderen, die diesen Weg gehen – ist für mich ein wichtiger Bestandteil von Kreativität und Kunst.
Ich bin Britta Wildemann. Als Künstlerin, Workshopleiterin und Bibliothekarin (und FaMi) befasse ich mich mit derselben Frage: Wie entsteht aus der Beobachtung der Welt ein neuer Gedanke? Und welche Türen öffnen sich, wenn wir diesem Prozess Raum und Zeit geben?

Was meine Arbeit verbindet
Auf den ersten Blick wirken meine Tätigkeiten unterschiedlich.
Ich arbeite künstlerisch, gebe Workshops, habe einen bibliothekarischen Hintergrund.
Für mich gehören diese Bereiche zusammen.
Als Künstlerin setze ich mich zeichnerisch mit Formen, Mustern, Fraktalen, Wiederholungen und dem Prozess auseinander. Als Schreibende versuche ich zusätzlich dazu meine Gedanken, Beobachtungen, Erkenntnisse und Fragen in einen Kontext zu bringen.
In der Bibliothek begegnen mir Menschen im Austausch miteinander. Bibliotheken sind heute bewusst als dritte Orte gestaltet: offene Räume, in denen Lernen, Begegnung und gemeinsames Arbeiten gefördert werden.
Ähnliche Situationen entstehen in meinen Workshops. Menschen kommen zusammen, konzentrieren sich auf einen kreativen Prozess und entwickeln im Tun neue Perspektiven.
Durch diese unterschiedlichen Arbeitsfelder verstehe ich mich zunehmend auch als Prozessbegleiterin.
Mich interessiert, wie Ideen entstehen, wie Menschen miteinander arbeiten und was es braucht, damit Gedanken Form annehmen können.
Der Kern meiner Arbeit liegt darin, Räume zu schaffen, in denen Menschen konzentriert und kreativ arbeiten. In denen sie sich begegnen, gemeinsam gestalten und sich persönlich entfalten.

